Berlin.

Völlige Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ein innerer Zustand, der uns Menschen unerträglich scheint und den wir unter allen Umständen vermeiden wollen. Einher gehen meist Wut und oder Scham. Manchmal schlagen wir dann um uns – gegen uns selbst oder gegen andere.
 
Berlin, Syrien, Zürich, Ankara… Die Liste der Orte wächst täglich. Orte, an denen Menschen sich dafür entscheiden, maximal böse zu sein. Machtvoll den Nächsten in maximale Ohn-Macht zu stoßen.
 
Die, die am Leben bleiben, Ringen nach Fassung angesichts des Unfassbaren. Attentate gegen Unschuldige, gegen Feiernde und Betende: infamer, feiger, abstoßender kann sich ein Mensch kaum zeigen.
 
Die, die hinterbleiben, müssen damit leben. Immerhin dürfen sie noch (weiter-) leben, aber ihre Seelen sind beschädigt und tief verletzt.
 
Angesichts all des brutalen Irrsinns entfallen mehr und mehr die Worte für unsere Kinder, die uns Große nach Gründen fragen. Warum?, wollen sie wissen. Eine befriedigende Antwort ist nicht möglich. Neuerliche Ohnmacht.
 
Und es geht ohne Pause weiter. Bei vollem Bewusstsein kündigt die AfD einen Wahlkampf an, der in letzter Konsequenz ein Aufruf zum Totschlag ist. Bei vollem Bewusstsein wählen erwachsene Menschen einen Mann zum Mächtigsten dieser Welt, dessen ganzes Denken Krieg ist. Polen und Türkei arbeiten fieberhaft an der Abschaffung der Menschlichkeit. Und so weiter und so weiter.
 
Und die anderen stehen ohnmächtig daneben. Am Samstag wird alles für ein paar Stunden ausgeblendet. Geburtstagsfeier für den, der uns schon vor 2000 Jahren eine Alternative angeboten hat. Liebe statt Hass, Nächstenliebe statt Attentate. Die Lösung ist so nah, so einfach – und für schreckliche viele offenbar unerreichbar.
 
Heute haben wir überlebt. Warum wir? Vielleicht gibt es keinen guten Grund dafür. Aber wir können diesen Zufall einen Sinn geben: indem wir mit unserer Ohnmacht im Gepäck weiter lieben. Weiter kleine Schritte der Menschlichkeit gehen. Weiterhin tapfer und integer die Angebote ausschlagen, die uns die Feiglinge unterschieben wollen, um auch uns zu Jüngern des Bösen zu verführen.
 
Frieden ist möglich. Im Moment noch nicht im Großen. Aber jeden Tag in uns selbst, in unserer Familie. Seien wir machtvolle Ohnmächtige und trotzen dem geifernden Hass derer, die sich bereits aufgegeben haben.
 
Seien wir Menschen von Wert.

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